Konzeptbeispiele zur Wärmeabfuhr und Energierückgewinnung im Druckprozess:

1. Nutzung der Abluft luftgekühlter Druckmaschinen und Druckperipherie

Leitet man die warme Abluft luftgekühlter Druckmaschinen und Druckperipherie mittels großdimensionierter Rohre und unterstützenden Lüftern aus dem Drucksaal in z. B. Produktionsräume, lässt sich dort die Raumluft relativ einfach erwärmen. Überschüssige Wärme kann an die Außenluft abgegeben werden.

2. Nachrüstung von Wasserkühlung an luftgekühlten Druckmaschinen und Druckperipherie

Rüstet man luftgekühlte Druckmaschinen und Druckperipherie auf Wasserkühlung um, kann man die Abwärme mittels kleindimensionierter Rohre und mit Unterstützung eines Pump- und Regelschrankes einfach aus dem Drucksaal an die Außenluft abgeben. Außerhalb des Druckereigebäudes wird dazu ein Wasser/Luft-Rückkühler installiert. Mit einer Wasserkühlung schafft man zudem die Grundlage für eine effiziente Wärmerückgewinnung.

3. Wärmerückgewinnung durch Installation von Luftheizern in Drucksaal und Produktionsräumen

Über Luftheizer, die im Drucksaal oder in Produktionsräumen installiert und in die vorhandene Wasserkühlung (siehe 2.) eingebunden werden, lässt sich eine einfache und effektive Wärmerückgewinnung verwirklichen. Über Temperatursensoren kann die Menge der abgegebenen Warmluft reguliert und werden. Überschüssige Abwärme aus dem Druckprozess wird weiterhin über den Außenrückkühler abgegeben. Der Vorteil gegenüber der reinen Abluftnutzung (siehe 1.) besteht in der einfachen, Platz sparenden und flexibleren Installation durch kleindimensionierte Rohre, sowie der hermetischen Trennung von Prozessabwärme und Heizwärme der Luftheizer.

4. Wärmerückgewinnung durch Einbindung der Wärmeabfuhr in die Haustechnik (Heizung, Klima)

Bei vorhandener Wasserkühlung (siehe 2.) ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, die Prozessabwärme in die Heiz- und Klimatechnik des Gebäudes einzubringen. Zum Beispiel lassen sich Pufferspeicher aufwärmen, Fußbodenheizungen versorgen, Brauchwasser erwärmen, Heizungsanlagen vorwärmen oder Wärmeregister von Klimaanlagen einbinden. Die Möglichkeiten sind vor allem abhängig von der vorhandenen Infrastruktur im Gebäude, sowie dem Temperaturniveau des Warmwassers der Wasserkühlung.

5. Wärmerückgewinnung durch Installation von Deckenstrahlplatten in Drucksaal, Produktions- und Büroräumen

Eine Besonderheit der Nutzung von Prozessabwärme bei vorhandener Wasserkühlung (siehe 2.) stellen die sogenannten Deckenstrahlplatten dar. Sie lassen sich relativ einfach in die Wasserkühlung einbinden und erwärmen Räume auf sehr effektive Weise: Ihre Wärme geben sie nicht wie herkömmliche Heizkörper durch Wärmeübertragung und Konvektion an die Raumluft ab, sondern über Wärmestrahlung direkt an jeden Körper und Gegenstand im beheizten Raum. Die Raumluft erwärmt sich nur indirekt. Trotzdem entsteht eine angenehme Wärme am Arbeitsplatz. Ideal sind diese Deckenstrahlplatten neben Büroräumen vor allem für höhere Räume, wie z. B. Drucksaal und Produktionsräume. Neben der effektiven und schnellen Erwärmung von Räumen ist ein weiterer Pluspunkt die positive Wirkung auf einen gesundheitsfördernden Arbeitsplatz. Deckenstrahlplatten erzeugen, ebenso wie die Sonne, behagliche und gesunde Wärme.

6. Wärmerückgewinnung durch wassergebundene Wärmeabfuhr an Druckluftkompressoren

Der sehr energieintensiven Herstellung von Druckluft, die im Druckprozess an den verschiedensten Stellen benötigt wird, kann durch Einbindung in eine Wärmerückgewinnung entgegengewirkt werden. Hierfür können Druckluftkompressoren auf Wasserkühlung umgerüstet und in die im Drucksaal vorhandene Wasserkühlung (siehe 2.) und Wärmerückgewinnung (siehe 3. bis 5.) eingebunden. Die erreichbaren Temperaturniveaus des Kühlwassers sind dabei recht hoch und lassen vielfältige Verwendungen zu.

7. Wärmerückgewinnung durch wassergebundene Wärmeabfuhr aus Prozessabluft von UV/IR-Trockner

Die Heißgasabluft aus UV- und IR-Trocknern an Druckmaschinen ist ideal zur Wärmerückgewinnung. Über Luft/Wasser-Wärmeübertrager lassen sich im Kühlwasser sehr hohe Temperaturniveaus erreichen. Werden diese in eine vorhandene Wärmerückgewinnung (siehe 3. bis 5.) eingebunden, lassen sich vielfältige Weiterverwendungen realisieren. Bei solch hohen Temperaturniveaus ist auch die Einspeisung in ein Fernwärmenetz denkbar.